historique

F.C. PROGRÈS NIEDERKORN
Rückblick auf die ersten 75 Jahre
Eine Vereinsstory mit vielen Höhepunkten

Die Geburtsstunde des F.C. Progrès Niederkorn schlug am 14. August 1919, als im damaligen Saal Pellin die Gründungsversammlung stattfand. Mehr als 60 Fussballbegeisterte schritten an dem Tag zur Wahl
des ersten Vorstandes:

Präsident: Decker Dominique
Vize-Präsident: Wagner J.P.
1. Sekretär: Hurt Aloyse
2. Sekretär: Nick Willy
Kassierer: Gansen Pierre
Beisitzende: Niedercorn Edmond, Waintz Joseph, Scharlé Marcel (sen.).

Ihm zur Seite stand ein Spielausschuss, der für die Mannschaftsaufstellung zuständig war: Ahlen Hub., Kieffer Paul, Niedercorn Edm., Wagner J.P. und Arend Ernest als Kapitän.

Der neugegründete Verein erhielt den Namen Cercle Sportif „Progrès“ und die Vereinsfarben waren: Rotes Trikot mit weißem Brustring und weißen Ärmeln, weiße Hose. Rund drei Jahre später in einer Außerordentlichen Generalversammlung am 15. März 1922 wurden die Clubfarben abgeändert in: schwarz-gelb-gestreiftes Trikot. Kurze Zeit später wurde die noch heute bestehende schwarze Hose eingeführt. Erst in der ersten G.V. nach dem 2. Weltkrieg wurde der heutige Vereinsname F.C. „Progrès“ gewählt.

An der Meisterschaft 1920 nahm der Verein mit 2 Mannschaften teil. Die ersten Spiele wurden auf dem Spielfeld „im Brill“ ausgetragen. Die Jugendmannschaft trug nur Freundschaftsspiele aus. Schon im Februar 1920 wurde das Spielfeld auf die „Knupp“ verlegt (am oberen Ende der heutigen rue Titelberg beim heutigen „Giele Botter“).

Den ersten Titel errang der „Progrès“ schon 1923, als die erste Mannschaft Meister der II. Division wurde und den Aufstieg in die Promotion schaffte. Das letzte entscheidende Spiel, das mit 6-1 gegen Union Sportive Düdelingen gewonnen wurde, sah folgende „Progrès“- Mannschaft am Werk: Martin Jos., Arend Ern., Arend Jos., Walter Ern., Erbs Eug., Bück W., Bordez Mich., Arend Oscar, Wiltgen B., Kockelschneider J.B., Schmit Jos.

In der A.G.V. vom 10. Januar 1923 übernahm Herr Oscar Arend, selbst noch aktiver Spieler, das Amt des 1. Sekretärs, einen Posten den er bis 1962, als er zum Präsidenten avancierte, gewissenhaft ausführte. Wenn an heute auf diese Zeit zurückblickt, ist es nicht übertrieben zu behaupten, dass Oscar Arend der Fels in der Brandung war; er war der ruhende Pol in dieser Zeit, als viele Vorstandsmitglieder, kaum gewählt, schon wieder ihre Demission einreichten und der Vorstand sich sogar zeitweilig bis auf zwei Mann reduzierte.

Ganz erfolgreich verlief die Saison 1925/26; nicht nur dass endlich wieder ein vollzähliger Vorstand zur Verfügung stand, aber die Mannschaft schaffte als Zweitplatzierter den Aufstieg in die damals höchste Spielklasse, die Ehrendivision, die damals aus 8 Mannschaften bestand. Wirklich grossartig, wenn man bedenkt, dass der Verein in 7 Jahren zur Elite des Luxemburger Fussball vorgestoßen war.

1926 wurde dem Verein seitens der Gesellschaft HADIR ein Gelände bei der Korn zur Verfügung gestellt. Es war der Beginn des legendären Stade-Velodrome von Niederkorn, auch wenn es in den ersten Jahren nicht gleich danach aussah: erst in der Saison 28/29 konnte die Längsseite zur Sassenheimer-Straße mit Brettern umzäunt werden. In der Saison 1930/31 wurde das Spielfeld dann einwandfrei ausgebaut und stand dann der Entente Sportive (La Liberté, F.C. Progrès und Union des Athlètes) zur Verfügung.

Nach einem kurzen Rückschlag, Abstieg im Jahre 1927, wurde der Aufstieg aber gleich in der darauffolgenden Saison 1927/28 wieder erreicht. Das letzte Spiel, das mit 4-0 gegen ARIS Bonneweg gewonnen wurde, bestritten: Bartholomey P., Arend Ern., Krzyzaniak Jos. (der den erkrankten Arend Jos. ersetzte), Kieffer Arn., Lorgé Cam., Thirion Jean, Wiltgen Bern., Arend Oscar, Kockelschneider J.P., Muller J., Nick Fr.

Im Jahr des 10-jährigen Bestehens nahm der Verein mit drei Seniormannschaften und einer Jugendmannschaft an der Meisterschaft teil, wobei die 1. Mannschaft sich in der höchsten Spielklasse an 5. Stelle klassierte und die Jugendmannschaft an 2. Stelle rangierte, mit nur einem Punkt Rückstand auf Meister Jeunesse. In der Coupe de Luxembourg wurde man erst im Halbfinale vom Nachbarn Red Boys mit 5-1 eliminiert. Zum 10-jährigen Jubiläum schaffte der Verein sich am 4. Januar eine Vereinsfahne an. Die eigentlichen Festlichkeiten fanden im August statt: ausser den üblichen Turnieren fand ein internationales Spiel gegen den F.V. Saarbrücken statt, das die Gäste mit 3-1 gewannen. Auffallend die vielen internationalen Vergleiche in dieser Saison: in Amnéville (4-1 Sieg), in Mohon (9-1 Sieg), in Hayange (5-2 Niederlage), an einem Turnier in Longwy, in Virton (4-2 Sieg). Auch die folgenden Jahre sind gezeichnet durch viele Auslandsdeplacemente, besonders nach Frankreich.

1933 brachte dem Verein den ersten großen nationalen Titel: Im Finale der Coupe de Luxembourg schlug unsere Mannschaft den Gegner Union Luxemburg mit 4-1 und brachte die „Coupe“ mit nach Niederkorn. Die Siegermannschaft hatte folgendes Aussehen: Thill Mich., Haupert Jules, Lahure Vict., Trierweiler E., Kieffer Arn., Thirion J., Weber Albert, Haupert Jos., Arend Oscar, Muller Jules und Nick Fr.. Trainer war Ernest Arend.

In der Jahresversammlung vom 25. Mai 1933 wurde die noch heute gültige Regelung eingeführt, den Vorstand jährlich nur mehr zur Hälfte zu erneuern. (Einführung der Austrittsserie).

Im Jahre 1935 musste der „Progrès“ nach 6 Jahren in der höchsten Spielklasse den schweren Weg der Relegation in die 1. Division antreten. Der Abstieg war aber schnell vergessen, denn als Meister der 1. Division schaffte man gleich wieder 1936 den Aufstieg in die Ehrenpromotion.

Und fast hätte es da zum ersten Landesmeistertitel gereicht, denn am Ende der Meisterschaft 1937 lag man mit Jeunesse und U.S. Düdelingen punktgleich an der Tabellenspitze. In den nötigen Finalspielen war es äusserst eng: nach der ersten Runde hatte jede Mannschaft ein Finalspiel gewonnen und es musste eine 2. Finalrunde angesetzt werden, die Jeunesse vor dem „Progrès“ und U.S. Düdelingen gewann. Hervorzuheben wären wieder die vielen traditionnellen Frankreichfahrten mit Spielen gegen dortige Profimannschaften (Amiens 4-0 Niederlage, Blois 4-1 Sieg, Compiègne 3-1 Sieg, Châlons-sur-Marne und Charleville je eine 3-2 Niederlage. Bei einer Reise zur Weltausstellung in Paris gabes in Le Perreux gegen die gemischte Profi-Mannschaft von Fives ein 0-0).

1938 wurde Herr Wendelin Lang zum Präsidenten gewählt, einen Posten den er bis zu seinem Tode im Jahre 1962 bekleidete. Herr W. Lang leitete nicht nur die Geschicke seines „Progrès“ mit viel Umsicht, auch im Verwaltungsrat des Verbandes war seine Arbeit sehr geschätzt. 1938 in den Zentralvorstand gewählt, wurde er im Jahr 1945 zum 3. Vize- Präsident ernannt, bald danach wurde er 2. und dann 1. Vize-Präsident der größten Sportfederation unseres Landes. Erst 1961 zog er sich von dieser Funktion im Zentralkomitee aus Krankheitsgründen zurück. 

Die Vorstandssitzungen und Versammlungen fanden seit der Saison 1938/39 in einem Saal der renovierten Mädchenschule statt. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen am 10. Mai 1940 wurden die Niederkorner Einwohner evakuiert, und bei der Rückkehr am 26. Mai 1940 war der Vereinssaal nebst Fahne, Pokalen und sonstigem Material ein Raub der Flammen geworden. Der Spielbetrieb wurde natürlich durch die politische Situation vollkommen lahmgelegt, d.h. die Meisterschaft wurde nicht zu Ende gespielt.

Eine der ersten Massnahmen der deutschen Besatzer war die Germanisierung der Vereinsnamen: Progrès Niederkorn wurde F.K. Niederkorn, A.S. Differdange erhielt den Namen F.K. Rotstern Differdingen, F.A. Red Boys Differdingen hieß nun SK 07 Differdingen. Der Generalbeauftragte des Stillhaltekommissars (Stiko) hob jegliche Autonomie der FLF auf mit dem Ziel, alle luxemburgischen Sportvereine in den Sportgau Moselland zu überführen. Nachdem „Stadt“ Düdelingen 1941 und 1942 in der Meisterschaft den Ton angegeben hatte, übernahm in den folgenden Jahren der F.K. Niederkorn die Führungsrolle im Luxemburger Fussball. Als Meister des Bezirks West der Gauklasse spielte Niederkorn gegen TUS Neuendorf und gewann das Hinspiel 3-0, verlor aber das Rückspiel in Koblenz mit 5-1, da der Verein geschwächt antreten musste, da der Torwart Emile Lahure in Mainz als Zwangsrekrut ausgebildet wurde und seiner Mannschaft nicht mehr zur Verfügung stand. Im Tschammerpokal wurde Niederkorn, nachdem es sich gegen „Rote Erde“ Esch mit 5-3 durchgesetzt hatte, zusammen mit „Stadt“ Düdelingen und Moselland 07 (Spora) eliminiert, da die Spieler Jim Kremer, Libar, Kemp, Parisotto, Mastangelo und Surma nicht zu einem Gau-Auswahlspiel am 21.5.1944 angetreten waren.

1945, im ersten Jahr nach dem Krieg wurde noch keine normale Meisterschaft ausgetragen, hauptsächlich wegen den mangelhaften Zugverbindungen. Stattdessen ließ die FLF in Bezirken ein „Championnat de la Libération avec Coupe de la Libération » austragen. In Bezirk 3 belegte der Progrès nur den 2. Platz. Besser machte unsere Mannschaft es aber in der Coupe de Luxembourg, wo sie bis ins Finale kam und im hauptstädtischen Stadion ihren Gegner Spora Luxemburg mit 2-0 besiegte. An diesem Finale nahmen folgende Spieler teil: Alverdi G., Lahure M., Ladurée P., Trierweiler E., Feyder Alph., Parisotto N., Diederich Fél., Caldarelli Sec., Lahure Edy, Everad Emile, Wilwert Albert. Zum zweiten Mal wanderte der Prinzenpokal, wie die Coupe damals noch genannt wurde nach Niederkorn. 

Die Hoffnungen den Pokal auch 1946 nach Niederkorn zu bringen, gingen nicht in Erfüllung, da unsere Mannschaft im Finale Jeunesse Esch in der Verlängerung mit 3-1 unterlegen war. Die Finalteilnehmer waren: Lahure Ferdy, Lahure M., Leineweber, Trierweiler E., Feyder A., Parisotto N., Nurenberg E., Caldarelli Sec., Lahure Edy, Everad E. und Braas V.

1947 organisierte der Verband zum ersten Mal die „Coupe de la F.L.F.“ die unsere Mannschaft durch einen 2-1 Erfolg am 15.06.1947 auf dem Fola-Felde gegen U.S. Düdelingen gewann. Da der Verband danach von weiteren Organisationen absah, ist der „F.C. Progrès“ die einzige luxemburgische Mannschaft die diesen Pokal jemals gewann. Die Mannschaft die diesen Verbandspokal eroberte, bestand aus: Lahure Ferdy, Lahure M., Leineweber J., Caldarelli S., Feyder Alph., Parisotto N., Dahm G., Roller J., Nurenberg Emile, Lahure Edy und Braas V. 

1947 wurde erstmals eine Jugendkommission ins Leben gerufen mit dem Zweck neue Jugendliche anzuwerben und ihnen eine bessere Ausbildung zukommen zu lassen. Folgende Herren gehörten der neuen Jugendkommission an: Everad Emile, Arend Ernest, Feyder Alphonse, Weber J.P., Thiry Fr., Muller Denis und Bernard Lucien. Die guten Resultate ließen auch nicht lange auf sich warten: Die Junior-A- Mannschaft klassierte sich in der Meisterschaft an 3. Stelle. Vor allem aber gewann sie zum ersten Mal die „Coupe du Prince Jean“, indem sie die Elf von Rümelingen am 25. April 1948 mit 1-0 im Stadion von Luxemburg besiegen konnte. Die damalige Jugendmannschaft spielte in folgender Besetzung: Reuland Nic., Glesener Marcel, Oppermann Jean, Roos Jos., Fickinger Henri, Gangolf Marcel, Kieffer J.P., Fries Jean, Lorang H., Lahure Ferdy, Dahm Germain.

Nach den unseligen Kriegsjahren wurden die traditionnellen Auslandsdeplacemente wieder aufgenommen; u.a. nahm der Verein 1948 an einem internationalen Turnier in Den Haag teil, wo der F.C. Ado mit 3-1 besiegt wurde. Im Finale des Turniers unterlag die Mannschaft dann aber dem Daring-Club Brüssel mit 7-0.

1949 im Jahr des 30-jährigen Bestehens setzte der Vorstand sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Präsident: Lang Wendelin, 1.Vize-Präsident: Bordez Mich., 2.Vize-Präsident: Hoffmann J.P., 1.Sekretär: Arend Oscar, 2.Sekretär: Sossong Lucien, 1.Kassierer: Everling Jean, 2.Kassierer: Wilwert Mich., Beisitzende: Clees Othon, Hastedt Nic., Kieffer J.P., Lahure Raym., Mackel Nic., Parisotto Natale. Ein Kuriosum ist allemal, dass dem Verein seit 1946 eine Damen-Basketball-Sektion angegliedert war, und dies bis zu ihrer Auflösung wegen fehlendem Nachwuchs 1952.

Die Mannschaft der Junioren schaffte es ein weiteres Mal die „Coupe du Prince Jean“ durch einen 2-1 Sieg am 18. Juni 1950 über Jeunesse Esch nach Niederkorn zu holen.

Am 18. und 19. August 1951 wurde das Monument für die Gefallenen des Vereins auf dem Spielfeld in der Sassenheimer-Straße eingeweiht, verbunden mit der „Coupe des Martyrs“. Mit 5-0 gegen „The National“ Schifflingen gewann der „Progrès“ dieses Turnier. In diese Saison fällt auch der Transfert von Vic. Nurenberg nach Nice. Mit den Profis des O.G.C. Nice gewann Vic. Nurenberg die „Coupe de France“ und die französische Meisterschaft. Unvergessen sind allen Fussballfreunden die drei Tore die Vic. gegen den damals „unbesiegbaren“ REAL Madrid erzielte, als Nice in der „Coupe des Champions“ bei sich zu Hause das Hinspiel mit 3-2 gewinnen konnte. Gute Resultate wurden durchwegs in der Saison 1951/52 erzielt: Die 1. Mannschaft klassierte sich unter Trainer Jules Muller an 4. Stelle der Meisterschaft; besser machte es noch die 2. Mannschaft, die den Meistertitel mit 29 Punkten bei 10 Konkurrenten gewann.

Die Saison 1952/53 wurde mit goldenen Buchstaben in die Vereinsgeschichte eingetragen: konnte doch die 1. Mannschaft zum ersten Mal Luxemburger Landesmeister werden. Das letzte Spiel gegen „Stade“ Düdelingen (3-3) wurde von folgenden Spielern bestritten: Lahure Ferd., Gangolf Marcel, Marchetti R., Fries Jean, Nurenberg Emile, Roos Jean, Roller Jos., Marini Orlando, Fickinger Henri, Caldarelli Secondo und Dahm Germain. Unter Leitung von Trainer Jules Muller holte die Mannschaft aus 22 Spielen 32 Punkte. Der Marktplatz in Niederkorn war fast zu klein, als die Niederkorner Supporter und Vereine ihrem „Champion“ den gebührenden Empfang bescherten.

In den Jahren danach konnte dieses Kunststück nicht mehr wiederholt werden, trotzdem waren die Klassemente (besonders aus heutiger Sicht) recht gut: 1954 an 3. Stelle, 1955 an 5. Stelle und 1956 wieder an 3. Stelle. 

In dieser Zeit stellte der Progrès auch mehrere Spieler für die Nationalmannschaft zur Verfügung, u.a. Ferdy Lahure, Jos. Roller, Henri Fickinger, Emile Nurenberg, Germain Dahm, Vic. Nurenberg, etwas später auch Sec. Caldarelli. Hervorzustreichen sind vor allem die Olympiade in Helsinki, wo ein 5-3 Sieg gegen England gelang. In Essen gab es eine 4-1 Niederlage gegen den Weltmeister von 1954.

Nicht unerwähnt lassen soll man die Tatsache, dass in der Saison 1955 fervente Anhänger einen Supporter-Club gründeten, um den Verein im allgemeinen und den Vorstand im speziellen zu unterstützen. Erstmals hatte der Verein neben der Junior-Mannschaft auch ein Scolaires-Mannschaft; nach einer entsprechenden Werbeaktion hatten sich 25 Jungspieler bis zum Ende der Saison 1955/56 einschreiben lassen.

1956 gelang es dem F.C. Progrès wieder bis ins Finale der Coupe de Luxembourg vorzustoßen. Der Gegner hieß „Stade“ Düdelingen. Nach regulärer Spielzeit stand es 1-1, bevor „Stade“ in der Verlängerung mit 3-1 die Oberhand behielt.

In der Saison 1957/58 hatte der Verein den Tod des 2. Vize-Präsidenten, Lehrer J.P. Hoffmann zu beklagen, nachdem erst im Dezember 1956 Herr Mich. Bordez, Gründungsmitglied und 1. Vize-Präsident verstorben war. Allerdings trat zur selben Zeit Herr Marcel Scharlé dem Verein als neuer Beisitzende bei. Rund 20 Jahre später schrieb der Verein unter seiner Präsidentschaft eines der erfolgreichsten Kapitel seiner Geschichte.

In den folgenden Jahren war der Verein sportlich nicht mehr auf dem selben Niveau und musste 1960 als Letztklassierter den Abstieg antreten.

1962 stand unter keinem günstigen Stern: am 31. Januar verschied der allseits geschätzte, langjährige Präsident Herr Wendelin Lang, und drei Monate später fiel der Beisitzende Herr Albert Kühn einem Verkehrsunfall zum Opfer. In der Generalversammlung vom 27. Mai 1962 wurde folgender neuer Vorstand mit den Geschicken des Vereins betraut:
Präsident: Arend Oscar, 1. Vize-Präs.: Schwarz Alph., 2. Vize-Präs.: Wilwert Mich., 3. Vize-Präs.: Mackel Nic., Generalsekretär: Sossong Luc., Sekretär: Simon Math., Kassierer: Scharlé Marcel, Beisitzende: Cantalini Ang., Hosch Léon, Kieffer Nic., Lahure Ed., Lahure J.P., Reiter Jos., Walsdorf Jos., Zoller Léon.

Nach drei Jahren in der zweiten Klasse glückte am Ende der Saison 1962/63 unter Trainer René Pascucci endlich der Aufstieg in die Nationaldivision, wo man aber schon am Schluss der folgenden Saison als Vorletzter wieder den Rückweg in die Promotion antreten musste. Um den Nachwuchs zu fördern hielten die Herren Alph. Feyder und Fr. Thiry in den Wintermonaten Lehrabende für die Scolaires ab, eine Arbeit die sie auch in den folgenden Jahren im Dienst der Jugendkommission fortsetzten. 

Erst 1967 konnte die 1. Mannschaft unter Trainer Werner Stein als Meister der Promotion den Aufstieg in die höchste Spielklasse wieder schaffen. Als Dank wurde den Spielern eine 5tägige Erholungsreise nach Le Coq an die belgische Küste geboten. Zuhause gewann die 1.Mannschaft die „Coupe Emile Lahure Père“, außerdem brachte sie die „Coupe du 60e Anniversaire“ der Red Boys heim.

Zweimal, 1968 und 1969, im Jahr des 50jährigen Jubiläums, brachte der Verein das Kunststück fertig, sich auf Grund der besseren Tordifferenz vor dem Abstieg zu retten.

Im Jahr des 50jährigen Wiegenfestes setzte sich der Vorstand folgendermassen zusammen: Präsident: Oscar Arend, 1. Vize-Präs.: Léon Zoller, 2. Vize-Präs.: Marcel Scharlé, 3. Vize-Präs.: J.P. Lahure, Generalsekretär: Lucien Sossong, 2. Sekretär: Jean Feyder, Generalkassierer: Michel Wilwert, 2. Kassierer: Edouard Lahure, Beisitzende: Angelo Cantalini, Othon Clees, Emile Everad, Joseph Gremling, Nicolas Kieffer, Henri Mancini, Pierre Reuter. Der Aufsichtsrat hatte folgende Besetzung: Jean-Jacques Felten, Roger Daman, Bernard Migliaretti. Die Jugendkommission funktionnierte unter der Präsidentschaft von Herrn Alphonse Feyder.

Die 1. Mannschaft hatte damals folgendes Aussehen: Coos Erny, Bestgen Carlo, Garzitto Claudio, Schroeder Johny, De Biasio César, Vorillion Jacques, Fransissi René, Lahure Emile, Hopp Johny, Zwank Roger, Lamberty Jeannot.

Ersatzspieler waren u.a.: Masi Giuseppe, Secondo Caldarelli, Léon Schoettert. 
Trainer war Marcel Welter. 
Neben der 1. Mannschaft verfügte der F.C. Progrès im Jahr seines 50jährigen Jubiläums über eine 2. Seniormannschaft, Junioren, Cadets, 2 Scolairesmannschaften, und eine Veteranenmannschaft.

In den zwei folgenden Saisons belegte die 1. Mannschaft 1970 den 10. Platz und 1971 den 9. Platz und konnte so dem Abstieg jedes Mal knapp entgehen.

Eine schöne Überraschung gelang der Cadetsmannschaft: Mit ihr gewann der Progrès 1971 erstmals den „Challenge Dr. Kongs“, d.h. die Meisterschaft der Cadetsklasse. Folgende Spieler kamen zu Meisterehren: Braun V., Hentges J., Maes J.P., Marini D., May A., Mirkes Cl., Muller Lucien, Rante T., Reuland M., Steinbach R., Stolz R., Tiberi T., Thill Rol., Wintringer Arth.. 
Dasselbe Kunststück gelang den Cadets dann noch einmal in der folgenden Saison: 1972 kamen folgende Spieler zu Meisterehren: Bossi J.P., Daman P., Hentges J., Latorre G., Marini D., Neumann C., Oliboni Fr., Pauly R., Rante T., Seiler M., Steinbach Remy, Stolz R., Wintringer Arth.
Kein Grund zum Feiern gab es allerdings für die 1. Mannschaft: nach 5 Jahren Kampf gegen den Abstieg, war es 1972 wieder an der Reihe des Progrès den Weg in die Ehrenpromotion anzutreten.
In diesem Jahr verlor der Progrès ebenfalls sein Spielfeld in der rue de Sanem, da die ARBED das Gelände zum Ausbau seiner Anlage brauchte. Während 3 Jahren musste der Verein alle Heimspiele auf fremden Plätzen austragen: die 1. Mannschaft bei dem Nachbarn Red Boys auf dem Stade Thillenberg, die 2. Mannschaft und die Junioren auf dem Spielfeld von A.S. Differdingen auf Fousbann, die Cadets und Scolaires spielten in Lasauvage auf dem Spielfeld von „Minière“ Lasauvage. Erst für die Saison 1976/77 stand das neue Spielfeld in der rue de Bascharage bereit.

1972 kam es in Niederkorn zur Gründung einer Damenmannschaft. Nachdem am Anfang nur Freundschaftsspiele ausgetragen wurden, wurde in der Saison 1974/75 erstmals eine Damenmeisterschaft ausgetragen, welche gleich von der Mannschaft des „Progrès“ gewonnen wurde. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Niederkorner Damenmannschaft zum Abonnementslandesmeister und brachte Jahr für Jahr den Titel mit nach Niederkorn.

Nachdem im Jahr 1973 die 1. Mannschaft den Aufstieg nur knapp verpasst hatte, die Mannschaft wurde nur 3. mit 30 Punkten, gelang es dank der guten Jugendarbeit, die schon mehrere Jahre mit Erfolg durchgeführt wurde, am Ende der Saison 1973/74 wieder unter Trainer Alphonse Feyder in die Nationaldivision aufzusteigen.

Nach zwei Jahren Nationaldivision mit mittelmäßigen Resultaten, 1975 ein 8. Platz und 1976 ein 6. Platz, kam dann in den folgenden Jahren die von A. Feyder geleistete Jugendarbeit zum Erfolg.

Zu erwähnen ist aber, dass 1975 Herr Oscar Arend nach 52 jähriger Mitgliedschaft im Vorstand, davon 39 Jahre als Sekretär und 13 Jahre als Präsident, die Präsidentschaft an seinen Freund Marcel Scharlé weitergab.
In die Zeit von 1976/77 fällt auch der Umzug des Vereins zum neuen Spielfeld in der rue de Bascharage, das 1977 offiziell eingeweiht wurde mit einem Galaspiel gegen die Profis von OSC Lille, bei denen auch der Luxemburger Nationalspieler Gilbert Dussier spielte.

1977 schloss die 1. Mannschaft die Meisterschaft als Vize-Meister hinter Jeunesse Esch ab, mit 32 Punkten. Unvergessen aber ist der Erfolg der Mannschaft in der „Coupe de Luxembourg“. Nachdem die erste Finalbegegnung im Stadion von Luxemburg vor 5000 Zuschauern mit 4-4 ausgegangen war, errang unsere Mannschaft den Pokal im 2. Endspiel vor 7000 begeisterten Zuschauern durch einen 3-1 Sieg. Die Spieler die das unter Trainer Romain Schoder schafften, waren:
Schaeffer Vic., Daman P., Bossi Henri, Bossi J.P., Garzitto Cl., Lahure Emile, Margue J.L., May A., Meunier H., Hopp J., Neumann C., Rante T., Schwachtgen Fr., Steinbach R., Thill Rol. Ganz Niederkorn stand damals Kopf, und der Platz vor dem Fussballlokal war überfüllt mit Supportern, als der Bus mit den Spielern und dem Pokal eintraf. Dieser Erfolg berechtigte den „Progrès“ zum ersten Mal an einem  europäischen Wettbewerb teilzunehmen. Das Los in der „Coupe des Vainqueurs de Coupe“ bescherte uns die dänische Mannschaft von Vejle BK, gegen die es in Oberkorn eine knappe 0-1 Niederlage gab, während das Spiel in Vejle mit einem 9-0 Desaster für unsere Mannschaft endete.

In der darauffolgenden Saison 1977/78 schaffte die erste Mannschaft dann zum ersten in der Vereinsgeschichte das „Doublé“, d.h. Meisterschaft und Coupe de Luxembourg gleichzeitig zu gewinnen. Den Titel holte die Mannschaft mit 32 Punkten (damals gab es nur 2 Punkte pro Sieg) und einem Torverhältnis von 55 zu 33. Das Finale der „Coupe de Luxembourg“ gewann man auf dem Stade Emile Mayrisch in Esch durch einen 2-1 Erfolg gegen Union Luxemburg. In der Mannschaft die das Doublé schafften, spielten: Schaeffer Vic., Daman P., Margue J.L., Thill R., Bossi H., Garzitto Cl., Bossi J.P., Lahure E., , Neumann C., May A., Schwachtgen F., May A., Rante T., Bossi M., Mirkes Cl., Meunier H., Oliboni Fr.. Trainer war wiederum Romain Schoder. Im Europapokal der Landesmeister traf der „Progrès“ auf den großen  Real Madrid, was für Spieler und Supporter zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde. In Madrid fiel die Niederlage mit 0-5 passabel aus. Im Rückspiel im Oberkorner Stade Municipal, bei dem Torwart Vic. Schaeffer den Arm brach, gab es eine deftige 0-7 Abfuhr.

Als großer Favorit in die Saison 78/79 gestartet, musste sich unsere Mannschaft aber am Ende mit dem 2. Platz hinter dem Nachbarn Red Boys zufrieden geben, was demVerein erlaubte, am UEFA-Pokal teilzunehmen. Gegner war der Grasshopper-Club Zürich, der uns mit 2-0 und 4-0 eliminierte. 

Auch in der Coupe de Luxembourg war im Halbfinale gegen Spora Luxemburg Endstation.

Im Jahr des 60. Jubiläums wurde der Progrès von folgendem Vorstand geführt:
Präsident: Scharlé Marcel, 1. Vize-Präs.: Zoller Léon, 2. Vize-Präs.: Lahure Jean-Pierre, 3. Vize-Präs.: Feyder Jean, Generalsekretär: Hartung Fred, 2. Sekretär: Kieffer Romain, Kassierer: Reuter Pierre, Mitglieder: Clees Othon, Fries Jean, Glodt Pierre, Kayl Jean, Kieffer Nic., Muller Lucien, Reichling Aly, Spanier Jean-Marie. 

1980 verpasste die Mannschaft die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb, da es in der Meisterschaft nur zum dritten Platz langte, und das Pokalfinale gegen Spora Luxemburg mit 3-2 nach Verlängerung verloren ging.

Besser machte es die 1. Mannschaft dann im folgenden Jahr. Mit einem neuen Trainer und mehr Konzentration schaffte unser „Progrès“ es, in der Saison 1980/81 zum dritten Mal Luxemburger Landesmeister zu werden. Folgende Spieler gehörten der Meistermannschaft an, die von Jeannot Krecké trainiert wurde: Daman P., Defrang J.P., Meunier H., Bossi J.P. Margue J.L., Bossi M., Krecké J., Lahure E., Bossi H., Mirkes Cl., Nurenberg A. Thill R., May A., Neumann C., Back G., Rante T., Reichling J.M..
Im Europapokal der Landesmeister bekamen wir den Meister Nordirlands, Glentoran Belfast zugelost. Nach einem 1-1 im Hinspiel in Oberkorn, zog unsere Mannschaft aber in Belfast mit 0-4 den Kürzeren.

1982 wurde die Meisterschaft an 2. Stelle hinter Avenir Beggen abgeschlossen. Als Vize-Landesmeister durften wir wieder am UEFA- Wettbewerb teilnehmen; zum 2. Mal erhielten wir einen Gegner aus der Schweiz zugelost, nämlich den bekannten Genfer Verein Servette, gegen den wir in Oberkorn knapp 0-1 unterlagen. In Genf fiel die Niederlage mit 0-3 ein bisschen deutlicher aus. Leider war es das letzte Mal, dass der Progrès sich bis zum heutigen Tag für einen europäischen Wettbewerb klassifizieren konnte.

In der Tat erreichte der „Progrès“ noch achtbare Resultate, aber zu einem Titel reichte es nicht mehr. 1983 erzielte man den 4. Platz, 1984 sogar den dritten Platz, im folgenden Jahr (1985) wieder den 4. Platz, aber wie gesagt, zur Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb reichte es nicht mehr. 

Erfreulicherweise brachten unsere Junioren 1985 die „Coupe du Prince“ nach Niederkorn. Nachdem die erste Finalbegegnung mit 2-2 ausgegangen war, schlug unsere Mannschaft ihre Alterskollegen von A.S. Differdingen im zweiten Endspiel mit 3-2. Folgende Spieler gehörten zur Mannschaft, die 1985 den Prinzenpokal gewann und von Mario Ripamonti trainiert wurde: Kintziger Gilbert, Reichling Chr., Welter P., Meder Ch., Kayl J.J., Roller Th., Agostino G., Santini R., Wilhelm A., Rinaldis S., Rinaldis F., Vispi W., Rossi S., Rizzi I.

Einen schweren Schicksalsschlag traf den Verein, als am 1. März 1985 unerwartet Präsident Marcel Scharlé an Herzversagen starb. Zum neuen Präsident wurde Herr Georges Foehr, Apotheker in Niederkorn, gewählt.

1985/86 entging die 1. Mannschaft unter ihrem neuen Trainer Jeannot Kremer nur knapp dem Abstieg, als mit viel Mühe der rettende 10. Platz erreicht wurde.

Besser verlief die Saison 1986/87 als ein sicherer 5. Platz erzielt wurde. In dieser Saison konnten die Cadets unter ihrem Trainer Albert Feyder zum dritten Mal den „Challenge Dr. Kongs“ nach Niederkorn bringen.

Auch in der Saison 1987/88 erreichte die erste Garnitur einen zufriedenstellenden 7. Platz.

1988/89 war gekennzeichnet durch 3 Trainerwechsel, und am Ende der Saison musste die 1. Mannschaft nach 15jähriger Zugehörigkeit zur Nationaldivision, den bitteren Weg in die Ehrenpromotion antreten.

Unter Trainer H. Bossi schaffte der Verein aber schon gleich im folgenden Jahr, d.h. 1990 den Wiederaufstieg, als im letzten Spiel der Play-Offrunde ein Sieg gegen Aris Bonneweg gelang.

Die Freude war aber nicht von allzulanger Dauer, denn 1991 musste man wieder zurück in die Ehrenpromotion, nach einem 8. Platz in der Meisterschaft und dem undankbaren 3. Platz im Play-Off, da nur die beiden ersten Plätze zum Verbleib, resp. zum Aufstieg in die Nationaldivision berechtigten.

1991/92 klassierte die 1. Mannschaft sich in der Meisterschaft an 3. Stelle der Ehrenpromotion, um im Play-Off zum Aufstieg wiederum nur den 3. Rang zu belegen. In dieser Saison gab es allerlei Verwirrung im Vorstand, da aus unterschiedlichen Gründen mehrere Vorstandsmitglieder ihre Demission einreichten. Herr Aly Zoenen übernahm provisorisch die Kassenführung. Auch der Supporterclub löste sich in dieser Spielzeit auf.

1992/93 belegte die 1. Mannschaft nur den 5. Platz in der Ehrenpromotion. Im April 1993 stellte Präsident Georges Foehr aus beruflichen Gründen sein Amt zur Verfügung, da er nach Düdelingen umzog.

Auch im Jahr des 75jährigen Wiegenfestes konnte der Verein den Aufstieg in die Nationaldivision nicht schaffen. Der Vorstand setzte sich in dem Jahr des 75. Jubiläums folgendermassen zusammen: Präsident: Sosson Roger, 1. Vize-Präs.: Lahure Ferd, 2. Vize-Präs.: Theisen Marc, Generalsekretär: Steinbach Remy, 2. Sekretär: Mme Astrid Nurenberg, Kassierer: Zoenen Aly, Mitglieder: Castro Jean, Coos Erny, Faber Jean, Jaeger Roger, Laux Fernand, Seyler Fernand, Valentin Louis, Welter Paul. Dem Aufsichtsrat gehörten an: Floener Robert, Hartung Fred, Stein Henri.

Die Festlichkeiten zum 75jährigen Bestehen, von einem Organisationsvorstand unter Leitung von Herrn Jean Lorgé mustergültig organisiert, erstreckten sich über das ganze Jahr 1994 mit einer ganzen Reihe von Turnieren für sämtliche Allterskategorien, einer Ausstellung über 75 Jahre Fussball in Niederkorn im Home St Joseph, mit einem Konveniat, einer akademischen Sitzung im Musiksaal, im August 94 die „Coupe du 75e Anniversaire“ für Seniormannschaften, sowie zum Schluss der Herausgabe einer Festbrochüre.

Fred Hartung

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